Die Woche der Revolution

Microsoft 365 Copilot, DeepSeek & ein neuer KI-Gigant

Der Januar 2025 hat einen spektakulären Start hingelegt: Microsoft 365 Copilot hat neue Funktionen erhalten, die Unternehmen und Nutzer gleichermaßen revolutionieren. Gleichzeitig erschüttert der chinesische KI-Anbieter DeepSeek den Markt, und ein neuer Open-Source-Gigant, Tülu 3 405B, hat in Benchmarks OpenAI und DeepSeek übertroffen. Nvidia verzeichnet den größten Tagesverlust in der US-Börsengeschichte, und OpenAI bringt spannende Neuerungen. Für Unternehmer und Arbeitnehmer gleichermaßen sind diese Entwicklungen entscheidend, um im Wettbewerb zu bestehen oder nicht den Anschluss an die KI-Revolution zu verlieren.

Microsoft 365 Copilot – Was ist neu im Januar 2025?

Microsoft hat eine Vielzahl an Neuerungen für Microsoft 365 Copilot veröffentlicht. Der Copilot-Chat ist nun für alle verfügbar, wenn auch mit Einschränkungen: Während Nutzer mit der kostenlosen Version nur auf Webdaten zugreifen können, erfordert der Zugriff auf eigene Daten eine kostenpflichtige Lizenz oder ein Pay-as-you-go-Modell.

Neu sind außerdem GPT-Agenten, die ähnlich wie in ChatGPT genutzt werden können. Kostenfrei können sie für Web-Recherchen genutzt werden, für den Zugriff auf eigene Unternehmensdaten wird jedoch ein kostenpflichtiger Zugang benötigt.

Microsoft hat zudem angekündigt, dass Copilot-Sicherheitskontrollen implementiert wurden: Daten, die Nutzer in Copilot eingeben, werden nicht zur Modellverbesserung verwendet, was die Akzeptanz in Unternehmen steigern dürfte.

Zusätzlich wurden Prompts-Apps eingeführt. Diese ermöglichen es, häufig genutzte Prompts zu speichern, mit anderen zu teilen und einfach wiederzuverwenden – ähnlich dem ehemaligen Copilot Lab.

In Teams gibt es nun eine erweiterte intelligente Meeting-Zusammenfassung, die nun auch für 1-zu-1-Videoanrufe und spontane Meetings im Kalender nutzbar ist. In Word und PowerPoint kann Copilot nun einzelne Absätze gezielt verbessern oder vorlesen lassen. Besonders spannend ist die Möglichkeit, Bilder hochzuladen und von Copilot analysieren zu lassen – etwa für das Extrahieren von Text aus Fotos.

In Excel gibt es jetzt eine "Clean Data"-Funktion, die inkonsistente Daten erkennt und bereinigt. Außerdem kann Copilot Muster in Daten identifizieren und Formeln entsprechend vorschlagen.

In Outlook wurde die Priorisierung von E-Mails verbessert. Copilot analysiert eingehende Nachrichten und ordnet sie nach Relevanz, um die E-Mail-Flut besser zu managen.

Figure AI: Humanoide Roboter für Industrie und Haushalt

Das Unternehmen Figure AI ist ein auf humanoide Roboter spezialisiertes Unternehmen mit Sitz in den USA. Ihre Roboter werden sowohl in der Industrie als auch für Haushalte entwickelt und eingesetzt. Besonders bemerkenswert ist ihre Zusammenarbeit mit BMW, die bereits erste Robotik-Flotten in ihren Werken integriert haben. Nun hat Figure AI seinen zweiten B2B-Kunden gewonnen – dessen Name bleibt zwar noch geheim, doch es soll sich um eines der größten US-Unternehmen handeln.

Das Unternehmen konzentriert sich auf zwei große Märkte: die industrielle Fertigung und den Haushaltsbereich. Während in Fabriken humanoide Roboter zunehmend Aufgaben in der Automatisierung und Logistik übernehmen, sollen zukünftige Modelle auch in privaten Haushalten als Assistenzsysteme dienen. Figure AI treibt diese Entwicklung mit fortschrittlichen Sensortechnologien und lernfähigen KI-Modellen weiter voran, um eine nahtlose Interaktion mit Menschen zu ermöglichen.

Die massive Entwicklung in der Robotik geht weiter und könnte die Art, wie wir arbeiten und leben, grundlegend verändern.

DeepSeek erschüttert Nvidia und den KI-Markt

Das wohl größte Beben in dieser Woche kam aus China: DeepSeek, ein bislang unterschätzter KI-Anbieter, hat den Markt in Aufruhr versetzt. Nvidia verlor innerhalb eines Tages 600 Milliarden US-Dollar an Marktwert – der größte Tagesverlust in der Geschichte der US-Börse.

Der Grund? DeepSeek hat gezeigt, dass hochleistungsfähige KI-Modelle mit deutlich weniger Rechenleistung trainiert werden können als bisher angenommen. Statt Milliardenbeträgen reichten DeepSeek angeblich 6 Millionen US-Dollar und zwei Monate, um Modelle zu trainieren, die mit OpenAI und Co. konkurrieren können – oder sie sogar übertreffen.

Der ehemalige OpenAI- und Tesla-KI-Experte Andrej Karpathy hatte bereits im Dezember Hinweise darauf gegeben, dass DeepSeek mit weniger Ressourcen herausragende Ergebnisse erzielt. Dies stellt den bisherigen Goldstandard der Branche in Frage und wirft neue strategische Fragen für Unternehmen auf.

Die Konsequenzen könnten langfristig weitreichend sein: Braucht die Welt weniger GPUs? Verliert Nvidia seine Marktmacht? Oder bewirkt die verbesserte Effizienz einfach, dass noch mehr KI-Modelle trainiert werden – ein klassischer Fall des Jevons-Paradoxons?

Ein neuer Spieler betritt das Feld: Ai2s und das Modell Tülu 3 405B

Unglaublich, aber wahr – ein neuer Akteur hat die Führung übernommen:

Ai2s neuestes Modell Tülu 3 405B. Dieses Modell hat nicht nur DeepSeek V3, sondern auch OpenAI o1 in mehreren wichtigen Benchmarks übertroffen.

Die KI-Kämpfe begannen, als DeepSeek ein Modell veröffentlichte, das mit OpenAIs besten Angeboten mithalten oder diese sogar übertreffen konnte – und das kostenlos. Alibaba mischte mit Qwen 2.5 weiter mit, während Microsoft und OpenAI DeepSeek des Technologie-Diebstahls beschuldigten. Doch nun sorgt Tülu 3 405B für die nächste Eskalationsstufe.

Ai2 (Allen Institute for AI) mit Sitz in Seattle ist eine gemeinnützige Forschungsorganisation, die für ihre Spitzenforschung in NLP und anderen KI-Bereichen bekannt ist. Tülu 3 405B bringt diese Forschung ins Rampenlicht: Das Modell nutzt 405 Milliarden Parameter und wurde mit nur 26 GPUs parallel trainiert – eine beeindruckende Effizienzsteigerung.

Der entscheidende Unterschied: Tülu 3 405B ist Open Source. Während viele leistungsstarke Modelle geschlossen bleiben, hat Ai2 den kompletten Trainingscode, Datensätze und Anleitungen frei veröffentlicht.

Fazit: KI-Entwicklung auf der Überholspur

Die vergangenen Wochen zeigen erneut, dass wir uns inmitten einer exponentiellen Wachstumskurve der KI-Entwicklung befinden. Jede Woche entstehen leistungsfähigere Modelle, neue Open-Source-Alternativen und disruptive Technologien, die ganze Industrien verändern.