Mit Sprache zur KI: Microsofts neuer Agent Builder für Unternehmen
Microsoft bringt den neuen Agent Builder für Unternehmen
Mit dem „Agent Builder“ in Microsoft Copilot Studio können Unternehmen jetzt eigene KI-Agenten per Sprache erstellen – also digitale Assistenten, die Routineaufgaben automatisieren, auf interne Daten zugreifen oder Mitarbeitende unterstützen. Der große Vorteil: Diese Agenten sind vollständig in Microsoft 365 eingebunden – von Outlook über Teams bis SharePoint.
Was der Agent Builder bietet:
- Erstellung von Agenten per natürlicher Sprache – ohne Programmierkenntnisse
- Zugriff auf interne Datenquellen wie SharePoint, OneDrive, Websites oder Datenbanken
- Nutzung von Memory-Funktionen – die KI merkt sich Gesprächskontext und Nutzerinformationen
- Definition von Regeln, Rollen und Verhaltenslogiken (z. B. wer was darf und wie die KI reagiert)
- Direkte Anbindung an Microsoft 365-Dienste wie Teams, Outlook oder Word
- Erweiterbarkeit über Power Automate und Power Platform – etwa zur Prozessautomatisierung
Typische Einsatzbereiche:
- HR: Onboarding-Hilfe für neue Mitarbeitende, Beantwortung interner Fragen, Prozessnavigation
- IT: Unterstützung bei Passwort-Rücksetzungen, VPN-Zugängen, Softwarefragen
- Vertrieb: Produktempfehlungen, Anbindung an CRM-Systeme
- Kundenservice: Interaktive Self-Service-Portale
Im Vergleich zu GPT-basierten Lösungen außerhalb von Microsoft (z. B. „Custom GPTs“) bietet Microsofts Ansatz entscheidende Vorteile:
- Alles bleibt im vertrauten Microsoft-Ökosystem – kein Medienbruch
- Zugriff auf Unternehmensdaten kann rollenbasiert gesteuert werden
- Höchste Sicherheitsstandards – keine Schatten-IT notwendig
- Kein aufwändiges „Prompt-Engineering“ nötig – die Konfiguration erfolgt über eine Oberfläche
OpenAI will Google Chrome übernehmen
OpenAI – das Unternehmen hinter ChatGPT – will den Internetbrowser Google Chrome kaufen. Der Hintergrund: In den USA laufen Kartellverfahren gegen Google wegen Monopolmissbrauchs. OpenAI argumentiert, der Kauf würde mehr Wettbewerb ermöglichen und gleichzeitig Zugang zu wertvollen Nutzerdaten bieten. Diese Daten könnten z. B. genutzt werden, um sogenannte KI-Agenten (autonome digitale Helfer) noch realistischer und effektiver zu trainieren.
Roboter werden menschenähnlich – und günstiger
Der chinesische Elektroautobauer XPeng hat eine neue Version seines humanoiden Roboters „Iron“ präsentiert – mit über 60 Gelenken und 200 Bewegungsfreiheiten. Auch der Roboter-Hersteller Unitree, bekannt für seine vierbeinigen Roboterhunde, kündigt große Produktionsausweitung an. Besonders bemerkenswert: Der menschenähnliche Roboter „G1“ von Unitree ist bereits für rund 16.000 US-Dollar erhältlich – ein Preis, der zeigt, wie nah humanoide Roboter dem Massenmarkt kommen.
OpenAI bringt neue Funktionen und Modelle
- Die kostenpflichtigen Versionen von ChatGPT erhalten höhere Nutzungslimits – z. B. erlaubt „GPT-4 Mini High“ jetzt 150 Nachrichten pro Tag statt bisher 100
- Die neue Funktion Deep Research Light – eine einfache Form der KI-gestützten Internetrecherche – ist jetzt auch für Gratisnutzer verfügbar
- OpenAI kündigt ein neues Open-Source-KI-Modell an – das bedeutet: Entwickler und Unternehmen können es kostenlos anpassen und nutzen. Bisherige Modelle wie GPT-4 sind geschlossen und nicht öffentlich verfügbar.
Bild- und Videogenerierung: KI wird zum Kreativwerkzeug
Die Qualität und Anwendbarkeit von KI-generierten Medien hat sich deutlich verbessert:
- ImageGen 1 von OpenAI kann jetzt per API (eine Programmierschnittstelle für Software) genutzt werden – ideal, um z. B. automatisch Produktbilder oder Logos zu generieren
- Adobe Firefly 4 Ultra erzeugt besonders realistische Fotos – direkt in der gewohnten Adobe-Oberfläche
- Higgsfield verbindet die Bild- und Videogenerierung in einem Schritt – was Marketing-Workflows erheblich beschleunigt
- SkyReels V2 ist das erste frei verfügbare KI-Videomodell, das (nahezu) unbegrenzte Videolängen erlaubt – bisher waren meist nur 5–10 Sekunden möglich
Voice AI: Sprechende KI wird immer realistischer
Die sogenannte Voice AI (Sprach-KI) entwickelt sich rasant – also Systeme, mit denen man direkt sprechen kann.
- ChatGPT Voice Mode erzeugte Aufsehen durch Testfehler – u. a. verzerrte Sprache oder versehentliches Stimmklonen
- Grok Voice, von Elon Musks X (ehemals Twitter), ist jetzt auch auf Deutsch nutzbar
- Zwei neue Stimmenmodelle namens Nari und Rime zeigen, dass menschlich klingende KI-Sprachausgabe auch mit kleinen Entwicklerteams realisierbar ist
- Listen Labs setzt Sprach-KI für Interviews und Marktforschung ein – und hat dafür 27 Mio. US-Dollar Risikokapital erhalten. Basis ist die Plattform Vapi, die sich auf Sprachassistenten spezialisiert.
KI in der Forschung: Potenzial und Risiken
Eine neue Studie zeigt: KI-Modelle wie ChatGPT oder Claude lösen komplexe Aufgaben im Bereich Virologie inzwischen besser als promovierte Experten.
- Chance: Schnellere Entwicklung von Medikamenten, Impfstoffen oder Frühwarnsystemen
- Risiko: Auch Laien könnten mit KI Unterstützung gefährliche Viren nachbauen – das wirft ernste ethische und sicherheitstechnische Fragen auf
Obama warnt vor Massenarbeitslosigkeit durch KI
Ex-US-Präsident Barack Obama warnt vor massiven Jobverlusten durch Künstliche Intelligenz. Besonders betroffen: Wissensberufe wie Programmieren, Jura oder Marketing. Die Geschwindigkeit, mit der KI auch geistige Tätigkeiten übernimmt, sei historisch beispiellos – vergleichbar mit den Umbrüchen der Industriellen Revolution.
Weitere Entwicklungen
- OpenAI & die Höflichkeit: CEO Sam Altman verrät: „Danke“ und „Bitte“ verursachen Millionenkosten – weil sie bei jedem Prompt Rechenressourcen beanspruchen
- Mechanize will mit simulationsgestützten KI-Agenten ganze Bürojobs automatisieren – unterstützt u. a. von Google-Topentwickler Jeff Dean
- Microsoft-Report: Die Arbeitswelt wandelt sich in drei Phasen – vom Menschen mit KI-Hilfe, über Mensch-KI-Teams bis hin zu Zielvorgabe durch Menschen, Umsetzung durch KI
- Google DeepMind: Zukünftige KI soll „Erfahrungen“ machen und direkt mit ihrer Umgebung interagieren (Reinforcement Learning)
- US-Regierung: Künstliche Intelligenz wird Schulfach – Jugendliche sollen frühzeitig digitale Kompetenzen entwickeln
- OpenAI + Medien: Nach Axel Springer nun auch Partnerschaft mit der Washington Post – Inhalte fließen direkt in ChatGPT ein
- Musikbranche: Bereits 18 % der neuen Songs auf Deezer stammen von KI – täglich kommen über 20.000 KI-generierte Songs hinzu
- BMW nutzt in China künftig DeepSeek – eine chinesische KI-Plattform – für Sprachsteuerung im Fahrzeug
Fazit
Die KI-Welt bewegt sich rasend schnell. Ob Unternehmenslösungen, Sprach-KI oder Mediengenerierung – wer sich jetzt positioniert, kann Wettbewerbsvorteile sichern. Gleichzeitig rücken ethische Fragen, Bildung und Regulierung stärker in den Fokus. Orientierung und Umsetzungskompetenz sind jetzt entscheidend.