Microsoft Copilot: SharePoint-Integration, DWH-Anbindung und Datenschutz

Einleitung

Microsoft Copilot bietet Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten, Arbeitsprozesse durch KI-gestützte Automatisierung zu optimieren. In diesem Beitrag gehen wir auf drei zentrale Fragen ein, die in einem Vortrag beim Power BI Summit zu Copilot und Microsoft Fabric gestellt wurden. Dabei betrachten wir insbesondere die Integration von SharePoint, die Anbindung an andere DWH-Systeme und wichtige Datenschutzaspekte.

1. Integration von SharePoint in Microsoft Copilot

Viele Unternehmen nutzen SharePoint als zentrale Plattform zur Ablage und Verwaltung von Dokumenten. Daher stellt sich die Frage, wie gut Microsoft Copilot mit SharePoint zusammenarbeitet.

| Frage aus dem Vortrag: "Wie beurteilen Sie die Integration von SharePoint in Microsoft Copilot, insbesondere wenn der Großteil der für Copilot benötigten Daten in SharePoint gespeichert ist – unabhängig von Microsoft Fabric?"

Die gute Nachricht: Microsoft bietet eine nahtlose Integration. Im Copilot Studio können Unternehmen einen virtuellen Agenten erstellen und direkt mit SharePoint verknüpfen. Microsoft stellt hierfür einen vorkonfigurierten Connector bereit, der sich mit wenigen Klicks einbinden lässt. Sobald dieser eingerichtet ist, kann Copilot SharePoint-Daten indexieren und für Anfragen bereitstellen. Der Indexierungsprozess kann einige Zeit in Anspruch nehmen, abhängig von der Datenmenge und Systemleistung.

Besonders beeindruckend ist, dass SharePoint als Data Lake fungiert – also eine unstrukturierte Sammlung von Dokumenten, Tabellen und weiteren Daten. Trotz dieser Herausforderung gelingt es Copilot, die Informationen effizient aufzubereiten und nutzbar zu machen. Allerdings hängt die Qualität der Ergebnisse stark von den sogenannten Instruktionen ab, die im Agent hinterlegt sind. Diese definieren, wie Copilot mit den Daten umgeht, welche Informationen er priorisiert und welche Antworten er liefern soll.

2. Anbindung von Copilot an andere DWH-Systeme (ohne Fabric)

Einige Unternehmen setzen nicht auf Microsoft Fabric, sondern nutzen andere Data Warehouses (DWH) zur Verwaltung ihrer Unternehmensdaten. Ist Copilot in solchen Fällen ebenfalls nutzbar?

| Frage aus dem Vortrag: "Lässt sich der Copilot als extra Lizenz auch auf andere DWH-Systeme (anstatt Fabric) verbinden?"

Ja, Microsoft Copilot kann auch ohne Fabric eingesetzt werden. Es existieren verschiedene Konnektoren, die eine direkte Anbindung an externe DWH-Systeme ermöglichen, darunter:

  • SQL-Datenbanken (z. B. Microsoft SQL Server, Oracle, PostgreSQL)
  • Datei-Speicher (z. B. Azure Blob Storage, OneDrive, lokale File Shares)
  • Systemumgebungen (z. B. SAP, ServiceNow, Dynamics 365)

Die technische Umsetzung hängt stark vom jeweiligen System ab. Während Standard-SQL-Datenbanken relativ einfach anzubinden sind, können komplexere DWH-Systeme wie SAP eine genauere Konfiguration erfordern. Wichtig ist hierbei, dass Unternehmen sicherstellen, dass ihre Daten konsolidiert und bereinigt sind, um die bestmöglichen Ergebnisse mit Copilot zu erzielen.

Dennoch bleibt die Nutzung von Microsoft Fabric der empfohlene Weg, da es eine zentrale Datenintegrationsplattform bietet. Eine einheitliche Datenbasis hilft nicht nur Copilot, sondern auch BI- und Machine-Learning-Anwendungen, mit konsistenten Daten zu arbeiten.

3. Datenschutz und Sicherheit in Copilot

Datenschutz ist eines der wichtigsten Themen, wenn es um den Einsatz von KI in Unternehmen geht. Besonders die Verarbeitung sensibler Daten durch Copilot wirft Fragen auf.

| Frage aus dem Vortrag: "Hallo Marcus, könntest du bitte noch ein paar Worte zum Datenschutz sagen?"

Microsoft hat klargestellt, dass Copilot keine Unternehmensdaten für Trainingszwecke nutzt. Die KI arbeitet ausschließlich mit den Daten, die ihr innerhalb des Unternehmens zur Verfügung gestellt werden. Zudem bleiben alle verarbeiteten Daten innerhalb der Microsoft-Umgebung und werden nicht auf externe Server übertragen.

Ein weiteres Sicherheitsmerkmal ist, dass Copilot die Benutzerrechte innerhalb der Organisation übernimmt. Das bedeutet, dass ein Nutzer nur auf die Informationen zugreifen kann, für die er ohnehin berechtigt ist. Diese Rechte werden aus Microsoft Purview übernommen, sodass Unternehmen keine zusätzlichen Zugriffsregelungen festlegen müssen.

Zusätzlich speichert Microsoft alle Copilot-Daten in europäischen Rechenzentren, sodass die Verarbeitung im Einklang mit der DSGVO erfolgt. Dies stellt sicher, dass Unternehmensdaten nicht unkontrolliert in andere Regionen transferiert werden.

Fazit

Microsoft Copilot bietet leistungsstarke Integrationen und kann sowohl mit SharePoint als auch mit anderen DWH-Systemen arbeiten. Besonders hervorzuheben ist die hohe Datensicherheit: Die Verarbeitung bleibt unternehmensintern, und Microsoft stellt sicher, dass keine Daten für externe Zwecke verwendet werden. Unternehmen, die Copilot optimal nutzen möchten, sollten jedoch auf eine hohe Datenqualität achten und Instruktionen sorgfältig definieren, um die besten Ergebnisse zu erzielen.

Mehr Informationen zu Microsoft Copilot auf unserer Homepage.