OpenAI nach Deutschland, Musk will kaufen, Europa investiert Milliarden
Einleitung
In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf einige der spannendsten Entwicklungen der letzten Wochen:
OpenAI expandiert nach Deutschland, Elon Musk versucht OpenAI zu kaufen, neue Modelle und leistungsstarke KI-Systeme stehen in den Startlöchern – und Europa beginnt endlich, in große KI-Initiativen zu investieren.
OpenAI kommt nach Deutschland – Büro in München eröffnet
OpenAI hat angekündigt, ein eigenes Büro in Deutschland zu eröffnen – genauer gesagt in München. Diese Entscheidung kommt nicht von ungefähr: Deutschland gehört weltweit zu den führenden Ländern, wenn es um die Nutzung von KI und insbesondere ChatGPT geht.
Laut OpenAI hat sich die Anzahl der deutschen Nutzer*innen allein im vergangenen Jahr verdreifacht. Der Standort in München soll nicht nur als strategische Expansion nach Europa dienen, sondern auch die Bedenken deutscher Unternehmen hinsichtlich Datenschutz und regulatorischer Anforderungen adressieren. Sollte OpenAI zukünftig deutsche Server einsetzen, könnte das Vertrauen in die Nutzung ihrer APIs und Modelle weiter gestärkt werden.
Interessanterweise zeigt diese Expansion auch, wie wenig europäische und insbesondere deutsche Unternehmen in eigene KI-Modelle investieren. Während Frankreich mit Mistral AI einen vielversprechenden Anbieter aufgebaut hat, fehlt es in Deutschland bisher an einem ernstzunehmenden Gegengewicht zu den großen US-Techfirmen. OpenAI nutzt diese Gelegenheit nun, um hierzulande Fachkräfte zu gewinnen und das eigene Netzwerk auszubauen.
Elon Musk bietet 97 Milliarden Dollar für die Kontrolle von OpenAI
Elon Musk sorgt erneut für Schlagzeilen: Er hat ein Kaufangebot in Höhe von 97,4 Milliarden Dollar für die gemeinnützige Organisation gemacht, die OpenAI kontrolliert. Damit will er die Umwandlung von OpenAI in ein gewinnorientiertes Unternehmen verhindern – ein Streit, der sich bereits seit Monaten zwischen ihm und OpenAI-CEO Sam Altman zuspitzt.
Hintergrund: OpenAI wurde ursprünglich als gemeinnützige Organisation gegründet, ist mittlerweile jedoch stark kommerzialisiert. Musk argumentiert, dass dies gegen die ursprüngliche Mission verstoße. Sollte sein Angebot tatsächlich ernst gemeint sein, könnte es OpenAIs geplante Mittelbeschaffung und die Umwandlung in ein reines Profitunternehmen erheblich verzögern.
Die Antwort von Sam Altman ließ nicht lange auf sich warten: In einem Interview bezeichnete er Musks Vorgehen als Versuch, OpenAI zu behindern, anstatt durch technologische Überlegenheit zu konkurrieren. Musk konterte daraufhin mit einer spöttischen Bemerkung auf X (ehemals Twitter), was die Fehde weiter anheizt.
OpenAI vereinfacht Modell-Auswahl
OpenAI plant, die Vielzahl an Modellen in ChatGPT zu reduzieren und eine automatisierte Modellauswahl einzuführen. Nutzer*innen müssen zukünftig nicht mehr zwischen Varianten wie GPT-4, GPT-4 Turbo, o1 oder o3 wählen. Stattdessen wird GPT-5 als einheitliches Modell entwickelt, das je nach Anfrage automatisch die beste Verarbeitung auswählt.
Dies soll nicht nur die Nutzung vereinfachen, sondern auch Rechenkosten optimieren, indem leistungsintensive Modelle gezielter eingesetzt werden.
Mistral AI geht durch die Decke – Europas Antwort auf OpenAI?
Während OpenAI seine Marktstellung weiter festigt, macht ein europäischer Anbieter ebenfalls von sich reden: Mistral AI aus Frankreich.
Ihr neuer Chatbot „Le Chat“ hat sich innerhalb kürzester Zeit an die Spitze der Download-Charts für KI-Apps gesetzt. Besonders beeindruckend ist die Geschwindigkeit: Während ChatGPT-4 nur rund 115 Tokens pro Sekunde generiert, schafft Le Chat mehr als 1100 Tokens pro Sekunde – eine 10-fache Leistungssteigerung!
Mistral AI ist zudem 100 % Open Source, bereits 6,2 Milliarden Dollar wert und wird schon von 40 % der größten französischen Unternehmen genutzt. Dies könnte ein entscheidender Schritt sein, um den europäischen KI-Sektor konkurrenzfähiger zu machen.
Eine der größten Stärken von Mistral AI ist die Nutzung der Cerebras KI-Chips, die als die schnellsten ihrer Art gelten. Diese Wafer-Scale-Engines halten den Weltrekord für KI-Rechenleistung und ermöglichen Mistral eine unvergleichliche Geschwindigkeit und Effizienz.
Für Nutzer*innen gibt es zudem eine einfache Möglichkeit, Le Chat kostenlos auszuprobieren: Einfach auf mistral.ai gehen und loslegen.
Fortschritte bei humanoiden Robotern – Figure AI & 1X treiben Innovation voran
Figure AI, ein führendes Unternehmen für humanoide Roboter aus den USA, hat letzte Woche sein KI-Modell Helix vorgestellt. Dieses Vision-Language-Action-Modell hilft humanoiden Robotern, die reale Welt besser zu verstehen und eigenständig neue Aufgaben zu übernehmen.
Besonders beeindruckend ist, dass Figure AI seine Roboter nun erstmals in einem realen Logistikunternehmen einsetzt. Während die Einführung bei BMW noch zwölf Monate dauerte, konnten die humanoiden Roboter für Logistikaufgaben innerhalb von nur 30 Tagen produktiv eingesetzt werden.
Ein weiteres Unternehmen, das humanoide Roboter entwickelt, ist 1X aus Norwegen. Sie haben mit dem Modell Neo Gamma einen Haushaltsroboter entwickelt, der eigenständig verschiedene Haushaltsaufgaben erledigen kann.
Microsoft 365 Copilot: Neue Features in der mobilen App
Microsoft Loop Pages und Copilot Pages sind nun auch in der mobilen App verfügbar. Damit können Nutzer*innen direkt auf ihrem Smartphone KI-generierte Dokumente bearbeiten, freigeben und kollaborativ nutzen.
Weitere Updates umfassen:
- Erweiterte Bildverarbeitung: Hochgeladene Bilder können nun in fast allen Microsoft-Apps analysiert werden, um beispielsweise Whiteboard-Notizen in strukturierte Tabellen zu konvertieren.
- Agenten in Teams: Künstliche Agenten können jetzt in Einzel- und Gruppenchats integriert werden, um relevante Informationen bereitzustellen.
- Verbesserte Meeting-Zusammenfassungen: Meetings lassen sich nun auch mit externen Teilnehmern teilen, sofern sie Zugriff beantragen.
- Word-Updates: Unterstützung für bis zu 1,5 Millionen Wörter pro Dokument, verbesserte Coaching-Funktion für Schreibstiloptimierung.
- PowerPoint-Übersetzungen: Vollständige Folienübersetzungen mit Erhalt des Layouts.
- Excel-Erweiterungen: Python-Integration zur erweiterten Datenanalyse und neue KI-gestützte Vorschläge für Formeln und Analysen.
Europa investiert 200 Milliarden Euro in KI-Infrastruktur
Die Europäische Union hat eine Initiative ins Leben gerufen, die bis zu 200 Milliarden Euro in den Ausbau der KI-Infrastruktur investieren soll. Ziel ist es, Europas Wettbewerbsfähigkeit im Bereich künstlicher Intelligenz zu stärken und eine unabhängige KI-Industrie aufzubauen.
Der Fokus liegt dabei auf:
- KI-Gigafabriken zur massiven Skalierung von Rechenkapazitäten,
- Entwicklung eigener europäischer KI-Modelle, um die Abhängigkeit von US-Unternehmen wie OpenAI und Google zu reduzieren,
- Förderung von Startups, die sich mit KI-Entwicklung und deren Anwendungen befassen.
Diese Initiative könnte ein entscheidender Schritt sein, um Europa als ernsthaften Akteur in der globalen KI-Landschaft zu etablieren – insbesondere angesichts der starken Konkurrenz aus den USA und China.
Fazit: KI-Entwicklung beschleunigt sich dramatisch
Die letzten Wochen haben einmal mehr gezeigt, dass sich der KI-Sektor in einem atemberaubenden Tempo entwickelt:
OpenAI expandiert und passt seine Modellstrategie an. Microsoft Copilot bringt neue Features für Produktivität. Mistral AI zeigt, dass Europa in der KI-Welt mitspielen kann. Fortschritte bei humanoiden Robotern deuten auf eine rasante Automatisierung hin.
Die kommenden Monate werden entscheidend sein – es bleibt also spannend!