FAQ's - Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Telematikinfrastruktur (TI)?
Die Telematikinfrastruktur vernetzt alle Akteure des deutschen Gesundheitswesens mit einer speziellen Verschlüsselungstechnik über das Internet, so dass ein hochsicherer Austausch von Informationen sichergestellt ist. Die TI bildet damit ein geschlossenes Netz, zu dem nur registrierte Nutzer (Personen und Institutionen) mit einem elektronischen Ausweis Zugang erhalten.
Wer muss sich an die TI anbinden?
Es müssen alle Ärzte, Psychotherapeuten, Zahnärzte, Krankenhäuser, Praxen und Apotheken an der TI teilnehmen. Ausgenommen sind Praxen und Krankenhäuser, in der Privatpatienten behandelt werden.
Weiterhin sind folgende Sektoren/ Nutzergruppen gesetzlich verpflichtet, sich an die Telematikinfrastruktur anzuschließen:
- Pflegeeinrichtungen stationär
- Pflegeeinrichtungen ambulant
- Einrichtungen der Hilfsmittelerbringer
- Ernährungstherapiepraxen
- Ergotherapiepraxen
- Logopädiepraxen
- Podologiepraxen
- Physiotherapiepraxen
- Träger der gesetzl. Unfallversicherung
- Soziotherapeutische Leistungserbringer
- Gesundheitsämter
- Hebammen
- Sanitätshäuser
- Praxis- & Dentallabore
- gewerbliche Dentallabore
Was wird für die Anbindung an die TI benötigt?
Es wird ein sicherer Internetzugang (VPN-Zugang) benötigt, vier neue TI-Komponenten sowie ein spezieller Dienstleistungsvertrag, um an die TI angeschlossen zu werden:
- TI-Konnektor (seit 2025 TI-Gateway)
- Neues stationäres Kartenterminal mit Sicherheitsmodul SMC-KT
- Einrichtungs- bzw. Praxisausweis (SMC-B-Karte)
- Elektronischer Heilberufe Ausweis (eHBA) sowie
- Dienstleistungsvertrag mit einem VPN-Zugangsdienstanbieter
Was ist ein TI-Konnektor?
Ein Konnektor ist ein Hardwaregerät, das Praxen, Apotheken und andere medizinische Einrichtungen mit der sicheren Telematikinfrastruktur des deutschen Gesundheitswesens verbindet. Er stellt sicher, dass sensible Patientendaten verschlüsselt und nach höchsten Datenschutzstandards zwischen verschiedenen Akteuren ausgetauscht werden können.
Seine Bedeutung nimmt ab, da durch das TI-Gateway die Funktionalität zunehmend softwarebasiert und zentral verwaltet wird. Diese moderne Alternative ist flexibler, kostengünstiger und leichter zu warten, wodurch die klassische Hardwarelösung langfristig obsolet wird.
Was ist ein Highspeed-Konnektor?
DDie Technologie des Highspeed-Konnektors soll bisherige Konnektoren in den Einrichtungen oder Rechenzentren ablösen. Der Highspeed-Konnektor ist eine Softwarelösung, entsprechend dem Standard PTV5, die auf üblicher Rechenzentrums-Hardware läuft und damit deutlich leistungsstärker ist als die aktuellen Einbox-Konnektoren. Der Highspeed-Konnektor ermöglicht wie die vorherigen Konnektoren die Anbindung an die Telematikinfrastruktur. Mit ihm soll die Grundlage für eine hochverfügbare und skalierbare Konnektorlösung zum Betrieb in einem Rechenzentrum geschaffen werden. Besonders für Krankenhäuser, die bisher viele Konnektoren betreiben mussten, ist der Highspeed-Konnektor interessant, da hier nur ein Server mit entsprechenden Instanzen für ein größeres Krankenhaus ausreicht.
Was ist ein TI-Gateway?
Laut den Plänen der gematik sollen künftig alle Nutzergruppen von Highspeed-Konnektoren profitieren können. Ziel ist es, dass zugelassene Dienstleister wie AKQUINET in geprüften Rechenzentren ein TI-Gateway für die Anbindung vieler Leistungserbringer beliebiger Größe betreiben. Durch die zugelassene Betriebsleistung und weitere zugelassene technische Komponenten ist das TI-Gateway eine Lösung, die es ermöglicht, dass Highspeed-Konnektoren im Rechenzentrum für eine Vielzahl von Praxen und/oder anderen Nutzergruppen den TI-Anschluss bereitstellen können. AKQUINET bietet sein TI-Angebot über die Lösung des TI-Gateway an.
Was sind TI-Fachverfahren?
TI-Fachverfahren sind spezialisierte digitale Anwendungen innerhalb der Telematikinfrastruktur (TI), die konkrete Abläufe im Gesundheitswesen unterstützen und verbessern. Dazu zählen z. B. das elektronische Rezept (E-Rezept), die elektronische Patientenakte (ePA) oder der elektronische Medikationsplan (eMP). Sie nutzen die sichere TI-Verbindung, um sensible Gesundheitsdaten sektorenübergreifend und effizient zwischen Leistungserbringern auszutauschen.
Was bedeutet VSDM?
Das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) ist die erste Online-Anwendung auf der elektronischen Gesundheitskarte. Beim Einlesen der eGK (elektronische Gesundheitskarte) werden dabei zunächst die Versichertendaten und deren Gültigkeit überprüft. Falls erforderlich werden die Daten im Anschluss automatisch aktualisiert.
Was ist ein stationäres Kartenterminal?
Es handelt sich um ein stationäres eHealth Kartenlesegerät. Die alten Kartenterminals erfüllen nicht mehr die aktuellen Sicherheitsanforderungen und müssen durch neue von der gematik zugelassene Geräte, die zusätzlich mit einem Sicherheitsmodul (SMC-KT) ausgestattet sind, ersetzt werden. Diese neuen Kartenlesegeräte ORGA 6141 werden nicht wie bisher via USB-Kabel direkt an den PC, sondern an die Netzwerkverkabelung angeschlossen, um die Online-Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte zu nutzen.
Was ist eine SMC-B-Karte?
Die SMC-B-Karte ist ein digitaler Praxisausweis und wesentlicher Bestandteil der Telematikinfrastruktur (TI). Sie wird benötigt, um im Zusammenspiel mit Konnektor und Kartenlesegerät Ihrer Praxis Zugang zur TI zu verschaffen. Die SMC-B-Karte wird bei der Installation der erforderlichen Komponenten in Ihrer Praxis in das stationäre Kartenterminal gesteckt und sollte auch dort verbleiben.
Was ist ein eHBA?
Ein elektronischer Heilberufsausweis (eHBA) ist ein personenbezogener, hoheitlicher Ausweis für Angehörige medizinischer Berufe, wie Ärzt:innen oder Apotheker:innen. Er dient der sicheren Authentifizierung, qualifizierten elektronischen Signatur und Verschlüsselung innerhalb der Telematikinfrastruktur (TI). Damit ermöglicht er z. B. das rechtsverbindliche Signieren von E-Rezepten oder medizinischen Dokumenten.
Was ist der Verzeichnisdienst (VZD)?
Der Verzeichnisdienst (VZD) der gematik ist das sichere Adressbuch der TI – quasi eine Art „Gelbe Seiten“. Er ist der zentrale Speicherort für Kontaktinformationen aller an die TI angeschlossener Leistungserbringer, wie Ärzte, Krankenhäuser, Heilberufler, Pflegeheime, Krankenkassen, Hebammen etc. Zudem werden die Fachdaten der verschiedenen Anwendungen der gematik über den VZD verwaltet. Die Datensätze werden stündlich aktualisiert.
Wie viele Praxisausweise (SMC-B-Karten) brauche ich?
Jede Einzelpraxis benötigt einen Praxisausweis bzw. eine SMC-B-Karte, unabhängig von der Anzahl der Kartenlesegeräte. In einer Praxisgemeinschaft wird für jede zusätzliche Abrechnungsnummer ein weiterer Praxisausweis benötigt.
Refinanzierung: Was bekomme ich für die TI erstattet?
Bei der Erstattung bzw. Refinanzierung ist zwischen einmaligen Kosten für die Anbindung an die TI (Kartenterminals, Konnektor, Karten eHBA und SMC-B) und den laufenden Kosten für den Betrieb (Service, Support, Wartung) zu unterscheiden. Grundsätzlich sind beide Kosten erstattungsfähig. Informationen und aktuelle Finanzierungsvereinbarungen für einzelne Berufsgruppen und Einrichtungen gibt der GKV-Spitzenverband: Telematikinfrastruktur - GKV-Spitzenverband
Was ist die TI 2.0?
Die gematik hat im Oktober 2021 ein Whitepaper mit dem Titel TI 2.0 veröffentlicht. Darin stellt sie vor, wie die TI künftig einfacher, sicherer und hardware-freier funktionieren soll. Konkret sollen künftig Karten und Konnektoren nicht mehr als Hardware erforderlich sein. Diesen Ansatz einer moderneren TI nennen viele nach dem Whitepaper „TI 2.0“.
Was passiert, wenn das Internet ausfällt? Funktioniert die TI dennoch?
Fall es zu einem Internet-Ausfall kommt, ist der Zugang zur TI über den VPN-Tunnel unterbrochen. Um Ausfällen vorzubeugen hat das AKQUINET-Rechenzentrum eine Verfügbarkeit von 99,95%. Somit besteht nur eine sehr geringe Gefahr, dass die Arbeit durch die Hostinglösung verhindert wird.
Was ist die gematik?
Die gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH) ist die zentrale Organisation zur Planung, Entwicklung und Koordination der digitalen Infrastruktur im deutschen Gesundheitswesen. Sie verantwortet insbesondere den Aufbau, Betrieb und die Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur (TI) – also des digitalen Netzwerks, das medizinische Einrichtungen sicher miteinander verbindet. Die gematik legt verbindliche Standards fest und vergibt Zulassungen für TI-Komponenten und -Dienste.