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KOMMUNIKATION IM MEDIZINWESEN

Alle Fragen und Antworten

Unser Support-Team erhält sehr viele Fragen zu KIM, der digitalen Kommunikation im Medizinwesen. Hier beantworten wir die wichtigsten und am häufig gestellten Fragen.

Sollte Ihnen dennoch etwas unklar sein, so nehmen Sie gerne Kontakt mit unseren Experten auf.

Mitarbeiterin sitzt am Schreibtisch vor ihrem Laptop und hat ein Headset auf dem Kopf

Kann der KIM-Dienst-Anbieter frei gewählt werden?

Ja, Praxen und Krankenhäuser können sich unabhängig von den bisher eingesetzten TI-Diensten und Komponenten frei für einen KIM-Dienst entscheiden, denn dieser muss nach Vorgaben der gematik mit jedem PVS kompatibel sein. Die zugelassenen KIM-Dienst-Anbieter finden Sie im Zulassungsportal der gematik.

Meine Praxis / Krankenhaus etc. ist an die TI angeschlossen. Kann ich KIM automatisch nutzen?

Der Anschluss an KIM erfolgt nicht automatisch, auch wenn Sie bereits an die TI angebunden sind. Zur Nutzung von KIM benötigen Sie ein Update Ihres Konnektors zum E-Health-Konnektor, ein Update Ihres PVS und für den Erhalt einer KIM-Adresse und eines KIM-Client-Moduls einen Vertrag mit einem zugelassenen KIM-Dienst-Anbieter. Für die qualifizierte elektronische Signatur (QES), mit der Sie u.a. Arztbriefe signieren können, benötigen Sie zudem einen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) der 2. Generation. Ansprechpartner für den eHBA ist Ihre Landesärztekammer, Landeszahnärztekammer bzw. Landespsychotherapeutenkammer.

Welchen E-Mail-Client kann ich für KIM nutzen?

KIM ist von der gematik mit einem offenen Standard POP3 / SMTP anzubinden. Jeder E-Mail–Client, der diese Schnittstelle bedienen kann, wird KIM–Nachrichten versenden können. Auch Microsoft Outlook ist als Mail-Client einsetzbar. Ob der Mail-Client des PVS/KIS nutzbar ist, muss beim jeweiligen Hersteller erfragt werden.

Wie unterscheiden sich bei KIM Praxis- und Arztaccount?

Der Praxisaccount wird über die SMC-B der jeweiligen Praxis registriert (institutionsbezogener KIM-Account), der Arztaccount dagegen über den eHBA des einzelnen Arztes (personenbezogener KIM-Account). Da der Arztaccount an der persönlichen eHBA des Arztes gebunden ist, muss eine Praxis bei Arbeitgeberwechsel des Arztes ggf. dann eine andere Authentifizierung nutzen. Der Praxisaccount ist unabhängig vom jeweiligen Arzt. Ein Arzt-Account kann orts-/praxisunabhängig genutzt werden, da der verknüpfte HBA dem Arzt gehört und „mitgenommen“ werden kann.

Wie viele KIM-Adressen benötige ich?

Je Betriebsstätte wird mindestens eine KIM-Adresse benötigt, über die die Praxis und das Krankenhaus oder andere Leistungserbringer kommunizieren. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, weitere KIM-Adressen einzurichten z.B. pro Arzt/Psychotherapeut, um so die Postfächer abzutrennen. Sie können selbst entscheiden, wie viele KIM-Adressen Sie nutzen möchten. Bitte wenden Sie sich bei Fragen an unseren AKQUINET KIM Support.

Wo finde ich das Verzeichnis aller KIM-Adressen?

Im zentralen Verzeichnisdienst (VZD) in der Telematikinfrastruktur werden die Kontaktdaten aller Telematik-Identitäten, also Betriebsstättenkarten (SMC-B) und elektronische Heilberufsausweise (eHBA) bereitgestellt. Dieses Adressregister kann durch Ihr Primärsystem/PVS/KIS abgerufen und angezeigt werden. Bietet Ihr Primärsystem-/PVS-/KIS-Hersteller diese Funktion nicht geeignet an, vergewissern Sie sich bitte bei Ihren Kommunikationspartnern/Adressaten, ob diese über eine KIM-Adresse verfügen.

Der Inhalt der Stammdaten wird ausschließlich durch den Identitätsherausgeber (die zuständige K(Z)V oder Ärztekammer) verwaltet, akquinet hat als KIM-Anbieter darauf keinen Einfluss.

Werden die Nachrichten nach Zustellung nur auf dem Mailserver des Konnektors gespeichert oder auch im „Netz“ noch vorgehalten?

Nachrichten werden nach Zustellung nicht auf dem Konnektor gespeichert. Versendete Nachrichten werden nach Versand an den empfangenden KIM-Fachdienst (Mailserver des Empfängers) weitergeleitet und dort gespeichert. Der Empfänger kann die Nachrichten vom KIM-Fachdienst seines KIM-Providers abrufen. Werden die Nachrichten nicht innerhalb von 90 Tagen abgeholt bzw. durch den Empfänger vom Server gelöscht, so werden diese automatisch ohne vorherige Benachrichtigung gelöscht. Allgemein ist das Verhalten analog bekannter E-Mail-Dienste. Der Nutzer entscheidet mit seinem Mail-Client, ob empfangene Nachrichten auf dem Fachdienst-Mailserver verbleiben oder diese nach dem Abruf gelöscht werden sollen.

Sehe ich nach dem Versand der Unterlagen, dass der Empfänger die Daten korrekt und vollständig erhalten hat, ggf. auch mit Lesebestätigung?

KIM unterstützt, im Rahmen der gematik-Spezifikation, die gängigen Funktionalitäten wie ugs. die Empfangsbestätigung (DSN – Delivery Status Notification) sowie Lesebestätigung (MDN – Message Disposition Notification).

Welche Erstattungspauschalen erhalten Ärzte im Zusammenhang mit KIM?

Folgende Erstattungspauschalen gelten für Arztpraxen:

  • Einrichtungspauschale: einmalig 200,- Euro je Betriebsstätte.
  • Betriebskostenpauschale: 23,40 Euro pro Quartal je Betriebsstätte.

Hinweis: Der E-Health-Konnektor wird über die NFDM/eMP-Erstattungspauschalen finanziert.

Wie wird Ärzten der Versand von eArztbriefen vergütet?

Kostenpauschalen für Ärzte seit 01.04.2020:

  • 28 Cent für den Versand (GOP 86900)
  • 27 Cent für den Empfang (GOP 86901) je eArztbrief
  • Für beide Pauschalen gilt ein gemeinsamer Höchstwert von 23,40 Euro je Quartal und Arzt.

Seit 1. Juli 2020: Strukturförderpauschale zusätzlich zu jedem versendeten eArztbrief - 1 EBM-Punkt, 10,99 Cent (GOP 01660) auf 3 Jahre begrenzt.

Welche KIM-Förderungsoptionen haben Kliniken und Apotheken?

Die Kosten für die Bereitstellung des KIM Fachdienstes werden gefördert. Nähere Informationen finden Sie hier: KIM-FÖRDERUNGSOPTIONEN

Wie erhalte ich die KIM-Erstattungspauschalen?

Seit dem Quartal 1/2021 ist ein vollautomatischer, unbürokratischer Auszahlungsprozess etabliert, bei dem automatisch durch Ihr PVS in der eingereichten Abrechnungsdatei die Anspruchsberechtigung nachgewiesen wird. Die Auszahlung der Pauschale erfolgt automatisch mit der Restzahlung und wird im Honorarbescheid ausgewiesen.

Die Betriebskostenpauschale für KIM wird Ihnen automatisch bereits seit dem Quartal 2/2020 als Ergänzung zu den allgemeinen TI-Betriebskosten ausgezahlt.

Wie unterscheiden sich HBA, eHBA, eHBA G2 und eArztausweis?

Der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) ist eine personenbezogene Chipkarte im Scheckkartenformat, mit der sich Angehörige von Heilberufen im deutschen Gesundheitswesen identifizieren und Dokumente signieren. Je nach Beruf werden unterschiedliche Heilberufsausweise erstellt. Es gibt den eApothekerausweis, eArztausweis, eZahnarztausweis und den ePsychotherapeutenausweis. Unter diesen verfügt der eArztausweis über die umfassendsten Zugriffsrechte. Mit den Begriffen eArztausweis und eHBA ist implizit der eHBA G2 gemeint. Das ist der elekronische Heilberufsausweis der zweiten Generation, der seit 2020 für fast alle Berufsgruppen bestellbar ist. Alle Anwendungen innerhalb der Telematikinfrastruktur, wie der KIM-Dienst, lassen sich nur mit dem eHBA G2 signieren.

Informationen und Details zum Bestellen des eHBA

Was ist der Verzeichnisdienst (VZD)?

Der Verzeichnisdienst (VZD) der gematik ist das sichere Adressbuch der TI – quasi eine Art „Gelbe Seiten“. Er ist der zentrale Speicherort für Kontaktinformationen aller an die TI angeschlossener Leistungserbringer, wie Ärzte, Krankenhäuser, Heilberufler, Pflegeheime, Krankenkassen, Hebammen etc. Zudem werden die Fachdaten der verschiedenen Anwendungen der gematik über den VZD verwaltet. Die Datensätze werden stündlich aktualisiert.

Warum wird für das Implantateregister eine SMC-B benötigt?

Seit dem 1. Januar 2024 müssen alle deutschen Gesundheitseinrichtungen sämtliche Brustimplantat-basierten Eingriffe dem Implantateregister Deutschland (IRD) melden. Die Meldungen erfolgen zur Datensicherheit ausschließlich über die Telematikinfrastruktur (TI). Privatärzte können mittels der SMC-B-Karte (Security Module Card Typ B) Zugang zur TI erhalten. Diese Karte wird nur von der gematik an privatärztlich tätige Ärzte ohne Kassenzulassung ausgegeben. Eine der Voraussetzungen für den Praxisausweis ist der Besitz eines elektronischen Heilberufsausweises (eHBA) und eine ausreichende Berufshaftpflichtversicherung.

SMC-B beantragen - so gehts:

  • Sie stellen einen Antrag über das Antragsportal der Bundesdruckerei (D-Trust).
  • Sie fordern Sie bei ihrer zuständigen Ärztekammer eine Mitgliedsbescheinigung inkl. Bestätigung der privatärztlichen Praxistätigkeit auf Basis einer Selbstauskunft an.
  • Ihre Ärztekammer bescheinigt Ihnen die Mitgliedschaft und zugleich die privatärztliche Praxistätigkeit. Die Bescheinigung wird Ihnen per Post übermittelt.
  • Senden Sie die erhaltene Bescheinigung an die gematik.
  • Die gematik lässt die Bescheinigung durch die ausstellende Landesärztekammer prüfen.
  • Die Ärztekammer bestätigt der gematik nach Prüfung der Bescheinigung die Ausstellung des Dokuments
  • Die gematik gibt den Antrag gegenüber der D-Trust frei.
  • D-Trust produziert dem Praxis-Ausweis, kurz SMC-B, und übermittelt diesen an Sie.

Was ist die gematik?

Die gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH) mit Sitz in Berlin wurde 2005 von den Spitzenorganisationen des Gesundheitswesens gegründet. Hinter ihr stehen der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV-SV), die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die Bundesärztekammer (BÄK), die Bundeszahnärztekammer (BZÄK), der Deutsche Apothekerverband (DAV), die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV).

Quelle: www.gematik.de

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