Beratungsansätze Migration
CFO vs. CIO – Zwei Perspektiven, ein Ziel: Zukunftssicherheit
Private Cloud? In den meisten Fällen ein teurer Irrweg.
Über 80 % aller SAP S/4HANA Private-Cloud-Migrationen rechnen sich nicht – zu hohe Betriebskosten, aufwendige Wartung, begrenzte Zukunftsfähigkeit.
Was als „sicherer Mittelweg“ erscheint, vereint oft die Nachteile beider Welten. Das Resultat: strategische Fehlentscheidungen mit Folgen für Cashflow, Innovationskraft und Skalierbarkeit.
Der Blick aus zwei Richtungen – für bessere Entscheidungen.
Was CFOs als planbar empfinden, kann für CIOs eine technologische Sackgasse bedeuten – und umgekehrt.
Darum betrachten wir Ihre Transformation ganzheitlich: von Kapitalallokation und Lizenzstrategie über TCO und Clean-Core-Ansätze bis hin zu API-Architektur und digitaler Resilienz.
CFO-Perspektive: Investitionsentscheidung mit Hebelwirkung
Wer bei der Transformation nur die Anschaffungskosten im Blick hat, zahlt am Ende drauf.
Über 5–7 Jahre summieren sich Wartung, Lizenzen, Upgrades und Ressourcenbedarf – und genau hier entscheidet sich die Wirtschaftlichkeit. Durch gezielte Prozessautomatisierung, etwa in Order-to-Cash oder Intercompany, lässt sich Liquidität spürbar verbessern.
Eine klare Lizenzstrategie – ob RISE, FUE oder Digital Access – schützt vor versteckten Kosten. Und: doppelte Betriebskosten durch parallele Landschaften wie ECC + S/4 sind vermeidbar.
Der Schlüssel: eine fundierte Lizenzberatung vor der Migrationsentscheidung – für Compliance, Skalierung und maximale Vertragsvorteile.
CIO-Perspektive: Architektur für die nächste Dekade
Innovation braucht Freiraum – und der beginnt mit einem Clean Core. Nur standardnahe Systeme schaffen die Basis für BTP, KI und Workflow-Automatisierung.
Wer den Legacy-Exit wagt, muss Jahrzehnte an Z-Logik, starren Datenmodellen und Eigenentwicklungen hinter sich lassen.
Die richtige Cloud-Strategie entscheidet, ob Public Cloud, BTP und modulares ERP harmonieren. In einer hybriden Welt ist der Verzicht auf technische Schulden die Voraussetzung für sicheres Wachstum.
Der Weg dorthin: eine technologieoffene Vorstudie mit klarer Zielarchitektur – der North Star Architecture – um Altlasten gezielt abzubauen, Innovationsfähigkeit herzustellen und Skalierbarkeit nachhaltig zu sichern.
Brownfield, Bluefiled v.s. Greenfield
Brownfield: Technische Systemkonvertierung
Das Prinzip: Der direkte Weg von SAP ECC nach S/4HANA. Bestehende Prozesse, Strukturen und Eigenentwicklungen werden übernommen.
Vorteile:
- Geringe Initialkosten
- Schnelle Umsetzung (6–12 Monate)
- Geringer Change-Aufwand in den Fachbereichen
Nachteile:
- Technische Altlasten (Custom Code, Add-ons) bleiben bestehen
- Clean Core kaum realisierbar
- Eingeschränkte Skalierbarkeit, hohe Wartungskosten
- Innovationshemmnis (z. B. für Embedded Analytics, KI)
Typische Kunden:
- Kostensensible ECC-Kunden mit stabiler Prozesslandschaft
- Unternehmen mit hohem Eigenentwicklungsanteil
- Organisationen mit begrenzter Change-Bereitschaft
Beispiel:
Ein Industrieunternehmen konvertiert sein stark angepasstes ECC-System per Brownfield-Ansatz. Der Umstieg gelingt technisch, doch zentrale S/4HANA-Funktionen bleiben unerreichbar. Veraltete Eigenentwicklungen und Dateninkonsistenzen erschweren Upgrades, verhindern Automatisierung und steigern langfristig die Betriebskosten.
Bluefield: Selektive Migration von Daten und Prozessen
Das Prinzip: Kombination aus selektiver Datenübernahme und Neuaufbau. Oft unter Nutzung spezialisierter Tools (z. B. SNP, cbs, Natuvion).
Vorteile:
- Investitionsschutz durch selektive Datenmigration
- Kritische Prozesse werden gezielt modernisiert
- Cloud-Skalierung ohne 1:1-Übernahme von Altlasten
- Schneller ROI durch iterative Transformation
Nachteile:
- Höherer Planungsaufwand
- Tool-Abhängigkeiten und komplexes Mapping
- Partnerexpertise essenziell
Typische Kunden:
- Konzerne mit mehreren SAP-Mandanten
- Unternehmen mit selektiven Rollout-Wellen
- Organisationen, die Innovation und Stabilität verbinden wollen
Beispiel:
Ein FMCG-Konzern migriert 12 Ländergesellschaften sukzessive via Bluefield. Kernprozesse werden vereinheitlicht, Altlasten archiviert, zentrale Erweiterungen via SAP BTP gebündelt. Ergebnis: 30 % schnellere Rollouts, 20 % niedrigere Betriebskosten.
Greenfield: Neuimplementierung auf leerem S/4-System
Das Prinzip: Ein radikaler Neustart mit SAP Best Practices, harmonisierten Daten und Clean Core.
Vorteile:
- Standardisierte Prozesse, einheitliche Datenmodelle
- Clean Core realisierbar (cloud-ready, zukunftsfähig)
- Optimale Nutzung von RISE, GROW, SAP BTP, KI
- Neue Governance- und Compliance-Strukturen
Nachteile:
- Höherer Initialaufwand (CAPEX)
- Intensives Change Management erforderlich
- Re-Training der User notwendig
Typische Kunden:
- SAP-Neukunden und Public Cloud-Nutzer
- Organisationen nach M&A oder globaler Reorganisation
- Unternehmen mit hohem Innovations- und Skalierungsbedarf
Beispiel:
Ein global agierender Logistik-Konzern nutzt Greenfield, um mehrere ERP-Systeme zu konsolidieren. Mit SAP S/4HANA Public Cloud und SAP BTP gelingt der Go-Live in 12 Monaten. Bereits im ersten Jahr sinken die Prozesskosten um 25 %, während die Transparenz in der Supply Chain signifikant steigt.
Ihr Ansprechpartner
Werner von den Driesch
Beratung
Beratung S/4HANA